Den Wert bestimmen immer mehrere Faktoren gleichzeitig. Lage innerhalb des Ortes, Grundstückszuschnitt, Wohnfläche, Baujahr, Grundriss sowie der Zustand von Dach, Fenstern und Heizung wirken zusammen. Dazu kommen Punkte, die in keinem Datenblatt stehen: Belichtung der Wohnräume, Ausrichtung des Gartens, Lärmsituation, Zuwegung und der Eindruck, den die umgebende Bebauung hinterlässt.
Besonders stark schlägt in den letzten Jahren der Sanierungsbedarf durch. Interessenten kalkulieren inzwischen sehr genau, was Dämmung, Heizungstausch und neue Fenster kosten, und ziehen diese Beträge vom Gebot ab. Wer vor dem Verkauf weiß, welche Posten ein Käufer ansetzen wird, kann entweder gezielt nachbessern oder diese Summen in der Preisargumentation offen benennen. Beides verhindert unangenehme Überraschungen in der Verhandlung.
Eine seriöse Bewertung liefert deshalb nicht nur eine Zahl, sondern die Begründung dazu. Diese Begründung ist später das Rückgrat jeder Preisverhandlung – sie macht aus einer Forderung ein Argument, das auch ein kritischer Interessent nachvollziehen kann.